Executive Summary

Wie zukunftsfähig sind deutsche Unternehmen? Welche Investitionen, Trends und Herausforderungen stehen ganz oben auf ihrer Agenda? Erfahren Sie hier, was Sie wissen müssen - und verorten Sie sich selbst.

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Ergebnisse für die Gesamtwirtschaft

Im vergangenen Jahr haben wir den Future Readiness Index 2018 mit dem Ziel erstellt, eine Landkarte zur Zukunftsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland zu erhalten. Hintergrund waren die zunehmende Komplexität, Turbulenz und Risiken, die die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen prägten. Diese Voraussetzungen gelten unverändert, wenngleich die deutsche Wirtschaft sich stärker denn je im Spannungsfeld von globalen Herausforderungen, technologischen Entwicklungen und steigendem Effizienzdruck befindet. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Future Readiness Index 2019 für die Gesamtwirtschaft leicht gesunken. Damit einher geht der leicht gesunkene Optimismus, mit dem die befragten Unternehmen in die Zukunft blicken. Die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland sehen wir maßgeblich durch drei Faktoren bestimmt:

1. Wie sie ihr Wachstum gestalten.

2. Wie sie mit höherer Agilität das Verhältnis von Aufwand und Ertrag optimieren, um ihre Effizienz zu steigern.

3. Wie sie Risiken minimieren.

Eine heute falsch gesetzte Priorisierung dieser drei Dimensionen ebenso wie das Ausbleiben einer kontinuierlichen Neugewichtung der damit verknüpften Maßnahmen stellen die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen zunehmend infrage.

Future Readiness Index 2019
Sehr niedrig
Sehr hoch
6,1
Optimismus
6,6
Reifegrad
6,4
Investitionen
5,8
Trend-Sensitivität
5,8

Um herauszufinden, wie gut die deutschen Unternehmen auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet sind, haben wir auch in diesem Jahr 601 Top-Entscheider wie CEOs, Vorstände oder Strategie-Leiter aus zwölf Schlüsselbranchen um ihre Einschätzung gebeten in Bezug auf ihre Stimmung (Optimismus), ihre derzeitige Aufstellung in Bezug auf geschäftsentscheidende Faktoren (Reifegrad), ihre aktuellen Aktivitäts-und Investitionsschwerpunkte (Investitionen) und ihre Wahrnehmung zukünftiger Herausforderungen (Trend-Sensitivität, im Vergleich zu den Ergebnissen unseres Big-Data-Analyse-Tools Research Cloud). Alle vier Dimensionen haben wir im Future Readiness Index 2019 zusammengeführt, der damit ein Maß für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist. Das gleichbleibende Untersuchungsdesign erlaubt den Vergleich über die Jahre hinweg.

  • Der Future Readiness Index 2019, basierend auf 601 Selbsteinschätzungen von Unternehmen in Deutschland, sinkt im Vergleich zum Vorjahr leicht – die „Zukunftsfitness“ der deutschen Unternehmen verweilt trotz gewisser Einbußen auf hohem Niveau – der Indexwert für Großunternehmen gibt stärker nach.
  • Optimismus in der deutschen Wirtschaft geht deutlich zurück – Nur noch 58 Prozent der befragten Unternehmen (2018: 68 Prozent) schauen optimistisch in die Zukunft. Damit bleibt die Mehrheit der deutschen Wirtschaft im Hinblick auf die nächsten fünf Jahre noch zuversichtlich – trotz eingetrübter Konjunkturprognosen und schwelender Handelskonflikte. Der Handel gibt sich als einzige der zwölf berücksichtigten Branchen optimistischer als im Vorjahr.
  • Mehrheit der Entscheider bescheinigt der eigenen Organisation eine hohe Zukunftsfähigkeit – 55 Prozent der befragten deutschen Unternehmen sehen sich gegenüber geschäftsentscheidenden Faktoren nahezu unverändert gut aufgestellt: Die Bedienung von Kundenbedürfnissen bleibt die Paradedisziplin – Selbsteinschätzungen zur Finanzlage über dem Vorjahreswert – Handlungsbedarf beim Thema Personal rückt in den Mittelpunkt.
  • Die deutsche Wirtschaft investiert in Wachstum – Aktivitätsschwerpunkte fokussieren das Wachstum. Investitionen zur Anpassung an externe Faktoren und geopolitische Entwicklungen verlieren weiter an Priorität – acht der zehn (80 Prozent) im Index bewerteten Effizienz- und Risikoaspekte fallen bei der Dringlichkeit von Investitionen überdurchschnittlich zurück.
  • Der demografische Wandel ist die größte Herausforderung der nächsten fünf Jahre – zehn der zwölf abgefragten Zukunftsthemen werden weniger stark als Herausforderung empfunden als noch im Vorjahr – Kundenbedürfnisse, Nachhaltigkeit und der demografische Wandel bleiben die wichtigsten Themen.
Optimisten auf dem Rückzug

In der deutschen Wirtschaft weicht der Optimismus. Trotz einer deutlichen Eintrübung der Stimmungslage bleibt aber eine Mehrheit von 58 Prozent (2018: 68 Prozent) überwiegend optimistisch und blickt zuversichtlich auf die nächsten fünf Jahre. Auch am anderen Ende der Skala schwindet die Zuversicht: Jedes zehnte Unternehmen (2018: 6 Prozent) blickt sehr oder eher pessimistisch in die Zukunft.

Beim Blick auf verschiedene Branchen ergibt sich ein differenziertes Bild: Während im Handel der Anteil der mehrheitlich optimistisch gestimmten Entscheider im Vergleich zum Vorjahr sogar zugenommen hat (von 60 Prozent in 2018 auf 64 Prozent in 2019), verzeichnet der Energiesektor einen massiven Rückgang im gleichen Zeitraum – nur noch 46 Prozent sind überwiegend optimistisch (2018: 74 Prozent). Ebenso deutlich ist die Zuversicht im Chemiesektor (52 Prozent statt 71 Prozent) und im Finanzsektor (46 Prozent statt 63 Prozent) gewichen.

Im vergangenen Jahr sprachen wir wegen der ausgeprägt optimistischen Erwartungshaltung von einer „trügerisch guten Stimmung“ und warnten vor einer „traditionellen Planung und linearem Denken, ohne Berücksichtigung von Krisenszenarien“. Unsere diesjährige Ergebung bestätigt diese Einschätzung. Die Unternehmensplanung und -steuerung muss in Zukunft noch stärker unter den anspruchsvolleren Bedingungen von Komplexität und Unsicherheit erfolgen. Traditionelle Planungsansätze greifen dafür zu kurz. Die gegenwärtige vielschichtige und volatile Gemengelage aus sich stetig ändernder Entwicklungsgeschwindigkeit und einer von verkürzten Zyklen geprägten Dynamik im Markt zeigt sich auch in unseren Sektor-Auswertungen.

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Alles auf Wachstum

Die Ergebnisse des Future Readiness Index 2019 zeigen auch deutlich, dass die deutschen Unternehmen innerhalb der eingangs beschriebenen drei Dimensionen (1. Gestaltung des Wachstums, 2. Steigerung von Agilität und Effizienz, 3. Minimierung von Risiken) besonders das Wachstum priorisieren und weiterhin aktiv gestalten wollen. Zum einen sehen sich die Unternehmen bei wachstumsrelevanten Aspekten besser aufgestellt als bei Effizienz- oder Risiko-Aspekten, zum anderen verlieren die zur unternehmerischen Weiterentwicklung relevanten Investitionen und Aktivitäten weniger stark an Priorität. Bestehende Stärken sollen weiter ausgebaut werden.

Deutlich wird dies am Aspekt der Bedienung der Kundenbedürfnisse. Besonders in Zeiten, die zunehmend von Unsicherheit geprägt sind, gibt die Nähe zum Kunden das Gefühl von Sicherheit und Stabilität. Die deutschen Unternehmen sehen sich bei diesem Thema ausgesprochen gut aufgestellt und steigern sogar leicht die ohnehin schon deutliche Investitionspriorität. Dieser Kundenfokus ist berechtigt, denn die Veränderung der Kundenbedürfnisse bleibt die größte Herausforderung aus der Sicht der Teilnehmer.

Aufschlussreich ist ebenfalls der Blick auf die für das Wachstum relevanten Aspekte, bei denen es um die Fähigkeit der Unternehmen geht, sich an den technologischen Fortschritt und die Nutzung innovativer Technologien anzupassen. Gut zwei Drittel der Unternehmen sieht sich bei diesen Fragestellungen bereits gut bis sehr gut aufgestellt und zukunftsfähig. Trotzdem verliert dieses Thema kaum an Aufmerksamkeit, wenn es um die geplanten Investitionen geht.

Personal ist das drängendste Thema

Die im Future Readiness Index 2019 eingefangene Selbsteinschätzung scheint vordergründig eine Verunsicherung durch Handelskonflikte, außenpolitische Spannungen und fortbestehende globale Unsicherheiten zu spiegeln – eine Aussage, die für große, international agierende Unternehmen durchaus richtig sein kann. Zieht man jedoch den von der Gesamtheit der 601 befragten Unternehmen angegebenen Stellenwert einzelner Faktoren hinzu, gewinnen wir einen anderen Eindruck: Themen wie Organisationsstrukturen und solche aus dem unmittelbaren Markt- und Branchenumfeld scheinen für Unternehmen in Deutschland von höherer Bedeutung zu sein als globale Faktoren und Entwicklungen.

Aus Sicht der Unternehmen behält beispielsweise das Handlungsfeld Personal eine hohe Bedeutung und schiebt sich in den Mittelpunkt. Dies zeigt sich deutlich durch die konstant hohe Investitionspriorität (2019: 65 Prozent – 2018: 65 Prozent). Gleichzeitig betont der sinkende Reifegrad (2019: 53 Prozent – 2018: 65 Prozent) bei diesem Aspekt den steigenden Handlungsbedarf. Die hoch bewertete Herausforderung des demografischen Wandels (2019: 56 Prozent – 2018: 56 Prozent) spiegelt und unterstreicht dies.

Unsere Interpretation dieser Ergebnisse: Die Zukunftsfähigkeit hängt stärker an den Mitarbeitern. Im Umkehrschluss gefährdet der Fachkräftemangel die Wachstumsziele der Unternehmen. Steigender Recruiting- Aufwand, Renteneintritt der „Baby-Boomer“ und die Alterung der Gesellschaft beschäftigen die Unternehmen mehr als geopolitische Entwicklungen. Unter dem Gesichtspunkt der Investitionsprioritäten verbleibt das Thema zwar weiter hoch im Kurs auf Rang drei. Signifikant ist jedoch, dass trotz der verstärkten Dringlichkeit des Personal-Themas dies nicht weiter in der Rangliste nach oben geklettert ist. Angesichts der wachsenden Sorgen hinsichtlich des sich verschärfenden Fachkräftemangels ist es zudem umso überraschender, dass gerade der Trend zur Automatisierung an Priorität verloren hat.

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Die eigene Innovationsfähigkeit steht in Frage

Diskussionswürdig erscheint uns die sinkende Priorität der Investitionen in das Produkt- und Dienstleistungsportfolio, das Lieferantennetzwerk und in die eigene Innovationsfähigkeit. Zwar sehen sich die Unternehmen bei ihrem Produkt- und Dienstleistungsportfolio zukünftig bestens aufgestellt – die Innovationsfähigkeit verliert hingegen stark bei der Beurteilung des eigenen Reifegrades.

Besonders beim Aspekt Innovationsfähigkeit gibt es eine Diskrepanz zwischen dem stark abnehmenden Reifegrad und den diesbezüglich deutlich abnehmenden Investitionsprioritäten. Gerade der abnehmende Reifegrad sollte unserer Ansicht nach einen gewissen Handlungsdruck erzeugen. Bezieht man in diese Betrachtung zudem den hohen Stellenwert der Positionierung im Wettbewerbsumfeld für die Unternehmen und den hohen Einfluss von erfolgreichen Innovationen auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens mit ein, betrachten wir diese Entwicklung eher kritisch. Eine mögliche Vernachlässigung von Handlungsfeldern, auf die die Unternehmen direkt Einfluss nehmen können, um ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern, halten wir für riskant.

Große Unternehmen setzten stärker auf Technologie

Große Unternehmen bewerten ihre Zukunftsfähigkeit bei technologierelevanten Aspekten kritischer und insgesamt schwächer, setzen mit entsprechenden Investitionsschwerpunkten aber auch deutlichere Zeichen, diese Defizite anzugehen. Bei den Aspekten Innovationsfähigkeit und Anpassung an den technologischen Fortschritt sind die Unterschiede zu den kleineren Unternehmen am prägnantesten. Zudem hat der Trend Automatisierung bei Unternehmen mit mehr als 1 Mrd. Euro Umsatz einen deutlich höheren Stellenwert als bei kleineren Unternehmen. Für große Unternehmen ist zum Beispiel Automatisierung die drittgrößte Herausforderung – für kleine Unternehmen rangiert der Trend nur an der sechsten Stelle.

Geopolitische Turbulenzen sorgen für eine abwartende Zurückhaltung bei Investitionen

Trotz der eingetrübten Stimmung in vielen Unternehmen, den ungelösten Handelskonflikten und einer sich andeutenden Deglobalisierung priorisieren die von uns befragten Unternehmen ihr Wachstum. In diesem Zusammenhang deuten wir allerdings den rückläufigen Investitions- und Aktivitätsgrad als eine abwartende Haltung, die in einer realen Investitionszurückhaltung münden kann. Nach einer DIHK-Umfrage2 zu den Auslandsinvestitionen aus dem April 2019 ist dies bereits der Fall – für die beiden größten Einzeldestinationen für Investitionen deutscher Unternehmen im Ausland, die USA und China, werden für das laufende Jahr bereits rückläufige Investitionspläne registriert – sei es wegen einer geringeren Wachstumsdynamik oder einem veränderten Vertrauen in Handelspartner.

Die Unternehmen laufen jedoch Gefahr, die sich schnell wandelnden Rahmenbedingungen in der Weltwirtschaft zu unterschätzen. Die Auswirkungen von Handelskonflikten, Export-Zöllen oder Lieferanten-Ausschlüssen auf international verflochtene Lieferketten können massiv sein. Werden die komplexen und dynamischen Entwicklungen im erweiterten Marktumfeld nicht angemessen erfasst, analysiert und bewertet, laufen die Unternehmen Gefahr, von diesen Entwicklungen überrascht und überrollt zu werden.

Die wichtigsten Megatrends

Zukunftsfähigkeit bedeutet auch, die wachsenden, wechselseitigen Abhängigkeiten der großen Herausforderungen ausreichend zu kennen und Risiken weitsichtig zu managen. Aus dem Future Readiness Index 2019 ergibt sich das folgende neue Ranking von zwölf ausgewählten Megatrends und Zukunftsthemen (rechts im Vergleich die Einschätzung der befragten Unternehmen aus dem Vorjahr). Zu den aktuell größten Zukunftsherausforderungen der deutschen Wirtschaft zählen demnach: Der demografische Wandel, die Veränderung der Kundenbedürfnisse sowie Nachhaltigkeit und Klimawandel.

Demografischer Wandel wird Topthema

Der demografische Wandel wirkt sich mindestens in zweierlei Hinsicht auf die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen aus. Zum einen betreffen die Folgen den HRBereich, weil durch den zunehmenden Fachkräftemangel das Recruiting von jungen Talenten mehr und mehr zu einer Herausforderung wird. Zum anderen wirkt sich die Veränderung der Bevölkerungsstruktur auf die Nachfrageseite aus. Neben dem Gesundheitssektor zeichnen sich die Auswirkungen bereits im Finanzsektor und in der Konsumgüterindustrie ab.

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  • Insbesondere die Mitarbeiterbindung spielt angesichts der sich wandelnden Altersstruktur der Belegschaft eine immer wichtigere Rolle. Dabei ist es wichtig, alle Altersgruppen gleichermaßen zu berücksichtigen. Zusätzlich muss dem sich verschärfenden Fachkräftemangel mit neuen, innovativen Recruiting-Strategien entgegengewirkt werden.
Nachhaltiger Erfolg durch Fokus auf Kundenerlebnis

Die Unternehmen der deutschen Wirtschaft sehen die Veränderung der Kundenbedürfnisse an der zweiten Stelle der größten Herausforderungen der nächsten Jahre. Während Produkte und Dienstleistungen immer ähnlicher werden, nimmt gleichzeitig der Wettbewerb zu. Die steigende Informationsverfügbarkeit führt nicht nur zu einer höheren Transparenz und Interesse an Innovationen und Referenzprojekten, sondern auch zu einer gezielteren Nachfrage – sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich. In einem Markt, in dem Unternehmen Loyalität schwer gewinnen und leicht verlieren, entscheidet die Customer Experience über den langfristigen Markterfolg.

  • Unternehmen müssen durch eine optimale Datenanbindung und Advanced Analytics Kundenbedürfnisse besser erkennen und verstehen. Ein vertieftes Kundenverständnis macht es möglich, dass die Customer Experience zum Alleinstellungsmerkmal eines Unternehmens wird. Ein exzellentes Customer Experience Management spielt damit eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, sich von anderen Unternehmen abzuheben.
Klimawandel und Nachhaltigkeit als Risiko und als Chance

Steigende regulatorische Anforderungen, aber auch wachsende Ansprüche von allen Stakeholdern des Unternehmens – vom Mitarbeiter, über den Kunden, die Zulieferer bis zu Anlegern und Investoren – erhöhen den Handlungsdruck auf Unternehmen, wenn es um den Umgang mit der Umwelt und dem Klimawandel geht. Dabei bringt insbesondere die steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit sowohl Risiken als auch Chancen mit sich. Auch unter dem Eindruck der öffentlichen Meinung ist Nachhaltigkeit besonders für Großunternehmen und speziell für Unternehmen aus der Chemiebranche und dem Energiesektor eine besondere Herausforderung. Diese Einsicht deckt sich auch mit den Umfrage-Ergebnissen des KPMG CEO-Outlooks 2019, nach denen der Klimawandel inzwischen das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung darstellt.

  • Nachhaltigkeit zählt damit auch zu einem der zentralen Handlungsfelder, wenn es um die unternehmerische Zukunftsfähigkeit geht. Nachhaltige Modelle zur Unternehmensfinanzierung wie „Sustainable Finance“ schützen das Kerngeschäft und sichern die Attraktivität für zukünftige Investoren und Anleger. Nur wenn die Wechselbeziehungen zwischen den Unternehmensaktivitäten mit der Umwelt und der Gesellschaft integrativ betrachtet werden, können die damit verbundenen Aufgaben in Differenzierungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile übersetzt werden
Disruption und Unsicherheit erfordert Neuausrichtung der Unternehmenssteuerung

Wer nicht schnell genug auf Entwicklungen reagiert – oder besser noch – sie bereits im Vorfeld antizipiert, verliert den Anschluss. Die Zukunftsplanung muss die vielfältigen Datenquellen aus Operational Data (ERP, CRM) und Experience Data der Mitarbeiter (Wissen, Emotion, Intuition) integrieren. Datenmanagement, Schnittstellenmanagement und Datenanalysen helfen den Unternehmen, die rasant steigenden Datenmengen in aussagekräftige Erkenntnisse und Wettbewerbsvorteile zu verwandeln.

  • Richtig kombiniert, kann aus der Datenflut ein Datenschatz geborgen werden, der in Unternehmen einen Mehrwert schafft. Aufgrund der gestiegenen Risiken im Bereich Cyberkriminalität gilt es jedoch, Daten als ein wertvolles Asset zu begreifen und entsprechend auch in deren Schutz und Erhalt zu investieren.
Eigene Priorisierung muss hinterfragt werden

Die Ergebnisse unseres Future Readiness Index 2019 zeigen wieder Überraschendes. Trotz mäßiger Konjunkturaussichten bleibt die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland zuversichtlich. Auch schlagen sich weltpolitische Themen weit weniger deutlich in der Stimmungslage der Unternehmen nieder. Ganz im Gegenteil: Externe Faktoren und Risikothemen wie zum Beispiel Anpassungen an weltwirtschaftliche Konflikte geraten noch weiter aus dem Blickfeld der Unternehmen und werden, trotz der Einsicht, dass man bei diesen Faktoren besser aufgestellt sein könnte, mit einer geringeren Investitionspriorität bedacht.

Daten nehmen im Rahmen der Bewertung der Zukunftstrends und der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen eine Sonderstellung ein: Denn sie liefern die Grundlage für Informationen und Wissen über kommende Entwicklungen und relevant werdende Trends sowie für vorausschauende Markteinschätzungen. Damit sind sie kritisch für Unternehmen, um sich entsprechend auf die Herausforderungen der Zukunft einzustellen und auf Risiken frühzeitig mit geeigneten Maßnahmen zu reagieren. Der Future Readiness Index 2019 versteht sich hier als Benchmark und zugleich als Orientierungshilfe, um relevante Handlungsfelder zu identifizieren.

So geht Zukunftsfähigkeit

Geopolitik, Nachhaltigkeit und Technologie – aus unserer Sicht werden diese drei Themen die Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen in den kommenden Jahren maßgeblich bestimmen. Dauerhaft attraktiv für Kunden, Mitarbeiter und Investoren ist nur, wer in allen drei Feldern gleichermaßen gut aufgestellt ist. Das macht es für jedes Unternehmen erforderlich, die eigene Situation in allen drei Dimensionen individuell und umfassend zu analysieren und dabei auch Wechselwirkungen zwischen den Themen zu berücksichtigen. Wie eng diese Themen miteinander verknüpft sind, zeigt sich besonders deutlich am Beispiel des digitalen und technologischen Wandels. Nicht nur, dass die Digitalisierung – nicht selten über Nacht – etablierte Geschäftsmodelle auf den Kopf stellen kann. Viele Probleme der Gegenwart wie etwa der Klimawandel sind nur mithilfe von intelligenter Technologie lösbar.

Unternehmen sollten sich angesichts globaler Herausforderungen den zentralen Fragen stellen: Wie sollte ein angemessenes Risikomanagement heute aussehen? Welche Technologien können dabei helfen, das eigene Geschäft weiterzuentwickeln und abzusichern? Geschäftsführer sollten umfassend mit den Möglichkeiten der technischen Entwicklungen vertraut sein. Nur so können sie das eigene Unternehmen für die Zukunft aufstellen und Kunden, Mitarbeiter und Investoren von ihrer Zukunftsfähigkeit überzeugen. Dabei bezieht sich Nachhaltigkeit auf mehr als Gesellschaft und Umwelt: Nachhaltige Geschäftsmodelle bilden zukünftig die Grundlage für die finanzielle Sicherheit und eine langfristige Steigerung des Unternehmenswerts.

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